Immer
mehr Kinder erkranken an Asthma - die Behandlung des Asthma mit
entzündungshemmenden Medikamenten steht ganz im Vordergrund der
ärztlichen Bemühungen
Von
Dr. med. Jochen Kubitschek
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Zahlreiche
wissenschaftliche Untersuchungen haben in den vergangenen Jahren
gezeigt, dass weltweit immer mehr Kinder an Allergien und Asthma
erkranken. Eine solche Zunahme der Erkrankungen wird auch in Deutschland
beobachtet. Fanden sich vor 10 Jahren in den neuen Bundesländern
noch deutlich niedrigere Asthmazahlen, so sieht man heute in beiden
Teilen Deutschlands für Asthma, Heuschnupfen ( Rhinokonjunktivitis
) und atopisches Ekzem vergleichbar hohe Erkrankungszahlen. Heute
trifft man in jeder Schulklasse auf durchschnittlich 2 Asthmatiker
und 3 Kinder, die unter Heuschnupfen leiden.
Es
ist längst bewiesen, dass
eine familiäre Häufung allergischer Erkrankungen einen starken
Risikofaktor für die Entstehung einer Asthmaerkrankung darstellt.
Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass sich die genetische
Veranlagung der deutschen Bevölkerung in nur 30 Jahren wesentlich
geändert hat, gibt es gute Gründe anzunehmen, dass
Umweltfaktoren im allerweitesten Sinne eine entscheidende Rolle
bei der Entstehung und dem Ausbruch allergischer Erkrankungen
spielen.
Steigende
Konzentrationen von Innenraum-Allergenen (insbesondere
Hausstaubmilben) führen zu einer verstärkten Sensibilisierung.
Inwieweit gleiches für Hunde- und Katzenallergen gilt, ist noch
nicht endgültig geklärt, da es Hinweise darauf gibt, dass
Tierkontakt auch eine Schutzwirkung gegen Asthma haben können.
Ganz
sicher spielen auch Sozialfaktoren eine gewichtige Rolle.
Allergische Erkrankungen sind in den wohlhabenden Bevölkerungsschichten
häufiger anzutreffen. Außerdem besteht eine umgekehrte Beziehung
zwischen der Anzahl der Geschwister und dem Auftreten von
Heuschnupfen sowie einer im Hauttest festgestellten
Sensibilisierung. Eine Impfung gegen Tuberkulose scheint ebenfalls
eine Schutzwirkung zu haben.
Dass
Luftschadstoffe zu einer Zunahme von Asthmaerkrankungen führen,
konnte bisher nicht festgestellt werden. Diese spielen aber bei
einem bestehenden Asthma als Auslösefaktoren eines Anfalles eine
entscheidende Rolle (z.B. Passivrauchen ).
In
der in 156
Studienzentren in 56 Ländern durchgeführten ISAAC-Phase
1 Studie wurden 721.601 Patienten erfasst. In allen
teilnehmenden Ländern ist Asthma eine bedeutsame ärztliche
Diagnose. Aus den meisten englisch-sprachigen Ländern, aber auch
aus Südamerika (Peru, Costa Rica), werden Asthma-Häufigkeiten
zwischen 15,2% und 28% berichtet. Die meisten Daten stammen aus städtischen
Zentren. Dort, wo auch Daten aus dem ländlichen Bereich vorliegen
(z.B. Lettland, Österreich), zeigt dass Asthma in den ländlichen
Bereichen etwas weniger häufig als in der Stadt vorkommt.
Diese
Beobachtung unterstreicht die Bedeutung von Umgebungsfaktoren und
unterstützt die unter experimentellen Bedingungen aufgestellte
Theorie, dass zunehmendes Hygiene-Bewußtsein und "western
life style" den Kontakt des Säuglings und jungen Kleinkindes
mit Infektionserregern so eingeschränkt haben, dass eine Prädisposition
des Immunsystems auf allergische Reaktionen erfolgt. Der
therapeutische Aspekt von Klima und geografischen Faktoren hat in
Mitteleuropa für den Krankheitsverlauf an Bedeutung verloren.
Heute sind sicher und schnell wirkende an ihre Stelle getreten,
die zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar sind.
Die
Behandlung des kindlichen Asthma hat nicht nur das Ziel, die
Atemnot zu beseitigen - sie muss vielmehr auch besonders gut verträglich
sein und ein niedriges Nebenwirkungsrisiko haben.
Das
derzeitige Krankheitsverständnis definiert das Asthma als eine
chronische Entzündung der Atemwege. Im Vordergrund steht daher
die langfristige entzündungshemmende Behandlung mit Medikamenten
aus der Reihe der Cromone (Cromoglycin) und bei fehlender Wirkung
mit Kortisonpräparaten.
Liegen
zwischen den einzelnen Asthmaanfällen
weniger als 2 Monate, so wird für die Behandlung des kindlichen
Asthma heute von vielen Asthma-Experten besonders gern eine
Kombination aus dem die Atemwege erweiternden
Reproterol und
dem entzündungshemmenden DNCG
(z.B. Aarane ® N) verordnet , da bei dieser Wirkstoffkombination schnell
eine deutlich spürbare Verbesserung der Krankheitssymptome
eintritt. Dies motiviert den Patienten, die Behandlung - wie vom
Arzt verordnet - über lange Zeit durchzuführen.
Wird
zur Langzeit-Behandlung des Asthma hingegen nur die entzündungshemmende
Komponente (DNCG) eingesetzt, bemerken die Patienten oft keine
unmittelbare Besserung der Beschwerden und werden ungeduldig. Die
daraus oft resultierende vorzeitige Beendigung der Behandlung gefährdet
den Erfolg der gesamten Behandlung
Die
Vermeidung des Kontakts mit Allergenen im Hochgebirge, an den
Küsten und auf den Nordsee-Inseln, sowie das maritime Aerosol,
die Schadstoffarmut, bzw.
-freiheit und Stressfaktoren
haben einen zusätzlichen immunstimulierenden Effekt.