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Presseinformation von ALK Scherax Arzneimittel, Hamburg, 27.07.2005

 

Durchbruch in der Allergie-Behandlung

Neue Möglichkeiten der spezifischen Immuntherapie

Anlässlich der 20. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie vom 23. bis 28. Juli 2006 in München wurden neue Entwicklungen der kausalen Allergiebehandlung vorgestellt. Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist die derzeit einzige kausale Behandlung von Allergien. Sie wird eingesetzt bei der Behandlung von Insektengift-Allergien und allergischen Atemwegserkrankungen wie allergischer Rhinitis oder dem allergischen Asthma bronchiale. Bei Neurodermitis wurde die SIT bisher kontrovers diskutiert.

Spezifische Immuntherapie bessert Neurodermitis

Die Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine der häufigsten entzündlichen Hauterkrankungen. Die meisten Patienten zeigen Sensibilisierungen vom IgE-Typ gegenüber Nahrungsmittel- und inhalativen Allergenen. Bislang galt die Lehrbuchmeinung, dass eine SIT zu einer Verschlechterung von Neurodermitis-Symptomen führe. „Diese Bedenken müssen revidiert werden“, so Professor Alexander Kapp, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

In einer von Kapp geleiteten multizentrischen Doppelblind-Studie wurden 79 Patienten, die unter mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis litten und gleichzeitig gegen Hausstaubmilben sensibilisiert waren, in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt ein Aktiv-Placebo mit 20 Einheiten eines hoch gereinigten Milbenextraktes (ALK-depot SQ), die beiden anderen Gruppen in aufsteigender Dosis schließlich 2.000 bzw. 20.000 Einheiten dieses Extraktes. Die Applikation erfolgte wöchentlich subkutan.

Viel versprechende Ergebnisse

In den beiden Hochdosis-Gruppen sprachen 66,7 bzw. 84,6 Prozent auf die Behandlung an, in der Placebogruppe 41,2 Prozent. Bis zum Ende des einjährigen Studienzeitraumes besserte sich der Hautzustand der Betroffenen deutlich. Der SCORAD-Score, der Ausmaß und Schwere der atopischen Dermatitis beschreibt, verringerte sich unter Gabe von ALK-depot SQ in den beiden Hochdosis-Gruppen gegenüber dem Ausgangswert im Mittel signifikant um 15,3 bzw. 25,9 Punkte, in der Placebogruppe dagegen nur um 8,4 Punkte. Gleichzeitig reduzierte sich der Verbrauch von Kortison-Cremes und Antihistaminika in den Hochdosis-Gruppen ebenfalls signifikant. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine spezifische Immuntherapie für Patienten mit Neurodermitis keineswegs Nachteile, sondern wesentliche therapeutische Vorteile bietet. Das eröffnet eine ganz neue Behandlungsoption für dieses Krankheitsbild“, äußerte sich Kapp optimistisch.

Fortschritte in der Behandlung von Graspollen-Allergikern

„Auch für Menschen mit einer Allergie auf Gräserpollen haben sich in der letzten Zeit neue und verbesserte Behandlungsmöglichkeiten ergeben“, sagte Professor Claus Bachert, Leiter der HNO-Universitätsklinik Gent in Belgien, auf der Fortbildungswoche in München.

In den westlichen Industrienationen leidet bereits jeder Vierte an einer Atemwegsallergie. Gräserpollen gehören zu den wichtigsten Auslösern. Voraussichtlich wird zum Ende dieses Jahres auch in Deutschland eine Kausaltherapie für die breite Anwendung zur Verfügung stehen. „Wir erwarten, dass 70 Prozent der Graspollen-Allergiker von der Tabletten-Immuntherapie profitieren können“, sagte Peter Fischer, Projektleiter bei ALK-SCHERAX.

Die Studien zur neuen Grastablette (GRAZAXÒ) von ALK-SCHERAX waren Teil des größten klinischen Prüfprogramms, das je zu einer spezifischen Immuntherapie durchgeführt worden ist. Bisher haben bereits über 2000 Patienten an diesem Prüfprogramm teilgenommen.

Eine dieser Studien, die GT-07-Studie, konnte die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von GRAZAXÒ bei einmal täglicher Gabe eindrucksvoll nachweisen. Patienten, die unter leichtem bis mittelschwerem Asthma und mittelschwerer bis schwerer Rhinokonjunktivitis litten, zeigten deutliche Verbesserungen ihrer Symptome gegenüber der Placebogruppe. Laut Studie reduzierten sich im Mittel die Symptome der allergischen Rhinitis um 37 Prozent, der Bedarf an symptomatisch wirkenden Medikamenten verringerte sich um 41 Prozent, jeweils im Vergleich zu Placebo. Die Einnahme der Grastablette führte im Vergleich zu Placebo zu einer signifikanten Zunahme beschwerdefreier Tage um 54 Prozent. Für die Betroffenen wird somit bereits die erste Pollensaison nach Behandlungsbeginn halbiert.

Einfach in der Anwendung, gut in der Verträglichkeit

„Es hat sich gezeigt, dass die Tabletten-Immuntherapie eine neuartige, effiziente Behandlung darstellt, die einfach anwendbar und sehr gut verträglich ist. Das stellt eine deutliche Verbesserung in der Behandlung dar“, so Bachert. Als kausale Basistherapie habe sie das Potenzial, eine protektive Immunantwort zu induzieren und langfristig zur Toleranz des Immunsystems gegen die entsprechenden Allergene zu führen. Lediglich die erste Tablette wird unter ärztlicher Aufsicht eingenommen, häufige Arztbesuche entfallen. Bachert: „Damit können bald mehr Graspollen-Allergiker von einer effektiven Besserung der allergischen Symptome und einem entsprechend geringeren Bedarf an symptomatischen Medikamenten profitieren.“

Voraussichtlich ab Jahresende 2006 wird diese neue Form der kausalen Allergie-Therapie in Deutschland zur Verfügung stehen.
 

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